Grußwort der Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die Deutsch-Französische Zusammenarbeit, Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer.
Die DFGen sind Motor und Impulsgeber
Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ist die Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die Deutsch-Französische Zusammenarbeit.
(September 2011)
Die Verbindungen zwischen Deutschland und Frankreich sind auf vielen Gebieten lebendig. Die deutsch-französische Zusammenarbeit hat in den vergangenen Jahrzehnten eine Intensität wie nie zuvor erreicht. Einerseits stützt sie sich auf ein dichtes Netz von Partnerschaften und das Engagement der Zivilgesellschaft, andererseits auf eine enge Regierungszusammenarbeit. So gibt es fast 2500 Städte- und 4500 Schulpartnerschaften, vielseitige und für beide Seiten vorteilhafte Aktivitäten in der Wirtschaft, Politik und bei den Medien. Es gibt gemeinsames Handeln bei der Gestaltung von sportlichen Ereignissen oder bei der Entwicklung und Durchführung von Kulturprogrammen. Hinzu kommen auf hoher politischer Ebene regelmäßige gemeinsame Ministerratstreffen.
Ein außergewöhnliches Ergebnis der bisherigen Kooperation auf der Basis gelungener Aussöhnung und dauerhafter Freundschaft beider Länder stellt das aus drei Bänden bestehende Deutsch-Französische Geschichtsbuch dar. Mit dem Erscheinen des dritten Bandes im Sommer 2011konnte dieses weltweit einmalige Schulbuchprojekt abgerundet werden. Nun ist es wichtig, für eine möglichst umfassende Verbreitung des Schulbuchs zu sorgen. Das von Schülern beim deutsch-französischen Jugendparlament 2004 gewünschte gemeinsame Schulbuch soll zukünftig auch in möglichst vielen Schulen im Unterricht Verwendung finden.
Um die Begeisterung für die deutsch-französische Freundschaft zu fördern, bedarf es vor allem aber auch wechselseitiger Sprachkompetenz. Die Kenntnis der Sprache des Partners erleichtert die Überwindung interkultureller Probleme und trägt dazu bei, Vorurteile zu durchschauen, einen wachen Sinn für das Fremde zu fördern und die Lern- und Dialogfähigkeit zu stärken. Nicht zuletzt eröffnet das Beherrschen der Partnersprache neue Chancen auf dem französischen Arbeitsmarkt und damit Zugang zu einem der bedeutendsten Investitions-, Forschungs- und Technologieräume in Europa. Angesichts dieser engen Verflechtung zwischen Deutschland und Frankreich ist die Kenntnis der Partnersprache ein unschätzbarer Vorteil.
Ein breit angelegter, vor allem die Kräfte der Zivilgesellschaft einbeziehender Gesellschaftsdialog ist darüber hinaus wesentliche Voraussetzung für einen dauerhaft lebendigen Austausch der Ideen und Konzepte zwischen beiden Partnerländern. Hierzu tragen die Deutsch-Französischen Gesellschaften und Associations Franco-Allemandes mit ihren vielfältigen Aktivitäten ganz wesentlich bei. Als Motor zivilgesellschaftlichen deutsch-französischen Engagements, als Impulsgeber für die politisch Verantwortlichen, als Ideenschmiede deutsch-französischer Zusammenarbeit fast 50 Jahre nach Unterzeichnung des Elysée-Vertrages sind sie überaus wertvoll für die gedeihliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich in einem sich weiterentwickelnden Europa.
Annegret Kramp-Karrenbauer
Ministerpräsidentin des Saarlandes
