Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V.
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Auslandsgesellschaft NRW feierte 65. Geburtstag

24. November 2014 Aktuelles, Jubiläum 0 Kommentare
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10689475_728375373898971_3709604862543298444_nSo viel “Multi-Kulti” gibt es sonst nur auf großen Flughäfen. Mit knapp 500 Gästen feierte die Auslandsgesellschaft NRW am 20. November 2014 in Dortmund ihren 65. Geburtstag.  Neben viel Prominenz aus Dortmund sowie aus dem Bundes- und Landtag fanden sich auch zahlreiche Mitglieder aus 25 bilateralen Länderkreisen in der Bürgerhalle des Rathauses ein: Japaner und Türken, Bürger aus Kamerun, Frankreich oder der Ukraine. Und natürlich viele Deutsche. Sie alle arbeiten unter dem Dach der Auslandsgesellschaft in bilateralen Länderkreisen und Gesellschaften zusammen. Dort engagieren sie sich ehrenamtlich für Völkerverständigung und Toleranz, stellen sich und ihre Arbeit unter die Leitmotive der Auslandsgesellschaft “Brücken bauen” und “Die Welt besser verstehen.” Dieser Einsatz wurde bei der Jubiläumsveranstaltung gewürdigt. Die Deutsch-Französische Gesellschaft in der Auslandsgesellschaft NRW e.V. ist Mitglied der VDFG.

„Eine großartige Arbeit“, attestierte Bürgermeisterin Birgit Jörder in ihrem Grußwort. Völkerverständigung, ja sogar Freundschaften zwischen einzelnen Ländern und Nationen könnten schließlich nicht verordnet werden. Sie würden sich nur auf freiwilliger Basis ergeben. Einen großen Anteil an diesen Freundschaften habe die Auslandsgesellschaft. Diese hatte sich – ursprünglich gegründet als „Deutsch-Französische Gesellschaft“ – vor 65 Jahren die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich zum Ziel gesetzt. Längst sei die deutsch-französische Freundschaft stabil, sagte Birgit Jörder. Doch die Auslandsgesellschaft sei mit ihrem immer zeitgemäßen Angebot weiterhin ein Garant für den internationalen Dialog.

Birgit Jörder dankte den engagierten Menschen, die das vielfältige und bunte Gesicht der Stadt Dortmund zeigen würden, für ihre „geballte Kraft“. Ein solcher Einsatz sei nicht selbstverständlich, aber unendlich wertvoll und wichtig.

Dabei könne man sich manchmal schon die Frage stellen: Wem nützt das alles?, sagte der Präsident der Auslandsgesellschaft, Klaus Wegener, der die Diskussion an diesem Jubiläumsabend provokant unter den Titel gestellt hatte: „Toleranz – Arroganz – Firlefanz. Ist Internationaler Dialog noch sinnvoll oder kann der weg?“

Die Aufgaben und Schwerpunkte haben sich verändert
Wegener lieferte auch gleich die Antwort: Gerade, weil es derzeit so viele Kriege gebe, sei die Auslandsgesellschaft gefordert. Ja, sie müsse sogar noch besser werden. „Gut alleine reicht nicht. Die Aufgaben und Schwerpunkte haben sich verschoben. Unser Engagement ist heute wichtiger denn je. Der Internationale Dialog kann natürlich nicht weg.“

Dieser Dialog beginne immer im Kleinen. „Wenn die Menschen verschiedener Nationen miteinander reden, wenn sie miteinander kochen, und wenn sie gut miteinander auskommen, so wie beispielsweise in der Deutsch-Türkischen Gesellschaft, tragen sie es weiter. So wächst Toleranz. In diesem Fall eben im Kleinen, direkt in Dortmund“, so Wegener.

Doch die Diskussion am Jubiläumsabend reichte weit über Dortmund hinaus: Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Europa, Bundesangelegenheiten und Medien NRW, richtete seinen Blick in der sich anschließenden Talkrunde nach Osteuropa. Wenn man – ganz aktuell – nach dem Treffen zwischen Angela Merkel und Wladimir Putin lese, dass die Gespräche „schwierig“ gewesen seien, wisse man, dass es noch viel zu tun gebe, sagte Eumann.

„Die Begegnungen zwischen den Menschen sind alternativlos“
Eine von vielen Möglichkeiten zur Völkerverständigung seien längere Auslandsaufenthalte für junge Menschen – übrigens eines von vielen Angeboten der Auslandsgesellschaft. „Nichts ist so konkret wie die Begegnungen zwischen den Menschen“, sagte Eumann. Das sei unverzichtbar, ja alternativlos. Man müsse nicht nur im politischen Bereich, sondern auch auf kultureller und auf wirtschaftlicher Ebene und vor allem im Schul- und Jugendbereich nationenübergreifende Kontakte fördern und pflegen. Eine ganz besondere Aufgabe komme da aktuell den 30 NRW-Städten zu, die eine Partnerschaft mit russischen Städten eingegangen seien. Eumann: „Das ist nicht nur eine Chance, das ist sogar eine Verpflichtung. Der Dialog darf nicht abbrechen.“

Gerade da sehe er auch eine weitere Aufgabe für die Auslandsgesellschaft, sagte Eumann. Kleinere Städte bräuchten Hilfeleistung, um ihre Städtepartnerschaften mit Leben zu füllen. Er könne sich die Auslandsgesellschaft durchaus als Kompetenzzentrum für derartige Städtepartnerschaften vorstellen.


Ausstellung und Web-Doku zu bürgerschaftlichem Engagement für Völkerverständigung und Toleranz

14_11_21_Ausstellung Berswordt-Halle (kl)(Dortmund) Eine Ausstellung zu bürgerschaftlichem Engagement ist ab Freitag 21. November in der Berswordt-Halle zu sehen. In der Ausstellung berichten Ehrenamtliche der Länderkreise und bilateralen Gesellschaften der Auslandsgesellschaft NRW über ihre Arbeit, ihre Motivation und werben für bürgerschaftliches Engagement, Toleranz und Völkerverständigung. Die Ausstellung ist bis zum 5. Dezember zu sehen. In der Ausstellung kommen Menschen unterschiedlichster Nationalität zu Wort, die in Dortmund zu Hause sind sowie Menschen aus der Mehrheitsbevölkerung, die sich der Völkerverständigung verpflichtet fühlen. Sie wollen und sollen Gesicht zeigen, wieso sie sich ehrenamtlich für das demokratische Gemeinwesen und kulturelle Vielfalt in Dortmund einsetzen.

Das Spannende dabei: Die Migrantinnen und Migranten bei der Auslandsgesellschaft bleiben nicht unter sich: Sie arbeiten hier Hand in Hand mit den Mitgliedern der deutschen Mehrheitsgesellschaft zusammen. Daher sind es immer bi- oder multilaterale Gesellschaften – zum Beispiel die deutsch-türkische, die deutsch-chinesische, die deutsch-afrikanische oder die deutsch-amerikanische Gesellschaft. Wir haben aktuell 25 ehrenamtlich organisierte Gesellschaften und Länderkreise.

Neben der Ausstellung gibt es online eine Web-Doku, wo Langfassungen der Interviews mit Fotos der Beteiligten sowie Videos zu sehen sind. Für die Idee und die Realisierung zeichnet Alexander Völkel verantwortlich, die Interviews hat Claudia Behlau-Blumhoff geführt und die Aufnahmen stammen von Klaus Hartmann. Sie sind unter www.agnrw.de abzurufen.

Die Ausstellung und Web-Doku sind eines der beschlossenen Projekte des Dortmunder Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell unterstützt.


Kontakt:
Pascale Gauchard
Fon 0231 838 00 26, Fax 0231 838 00 56
gauchard@agnrw.de
Auslandsgesellschaft NRW e.V.
Steinstr. 48
44147 Dortmund



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