Weimarer Dreieck

Adam-Mickiewicz-Preis für Versöhnung und Zusammenarbeit in Europa 2009.

Anlässlich des 15. Jahrestages der Gründung des Weimarer Dreiecks am 29. August
2006 hat das Komitee zur Förderung der deutsch-französisch-polnischen
Zusammenarbeit e.V. (‚Weimarer Dreieck’) den nach dem polnischen Nationaldichter
Adam Mickiewicz benannten Preis für Versöhnung und Zusammenarbeit in Europa
geschaffen.(Verweis: Weimarer Dreieck: Mosaik der Meinungen) [267 KB]

Die ersten Preisträger waren die Gründungsväter des Weimarer Dreiecks, die
früheren Außenminister Roland Dumas, Hans-Dietrich Genscher und Krzysztof
Skubiszewski. Laudator: Außenminister a.D. Bronislaw Geremek, MdEP †.
In diesem Jahr, dem Jahr der vielfältigen Erinnerungen, wird der
Deutsch-französisch-polnische Adam-Mickiewicz-Preis für Versöhnung und Zusammenarbeit in Europa
an drei Persönlichkeiten aus Deutschland, Frankreich und Polen verliehen, die es
in vorbildlicher Weise verstanden haben, ihr persönliches Schicksal als Opfer von
Unrechtsdiktaturen in eine treibende Kraft für die Verteidigung von Menschenwürde
und Menschenrechten und der friedlichen Zusammenarbeit zwischen den Völkern
einzusetzen:

Stéphane Hessel Ambassadeur de France, Mitglied des Kuratoriums des Komitees für Förderung der deutsch-französisch-polnischen Zusammenarbeit e.V., (‚Weimarer Dreieck’),

Adam-Mickiewicz-Preis 2009


Stéphane Hessel, Ambassadeur de France, Mitglied des Kuratoriums des
Komitees für Förderung der deutsch-französisch-polnischen Zusammenarbeit
e.V., (‚Weimarer Dreieck’), in Berlin geborener französischer
Widerstandskämpfer, 1941 Mitarbeit in der französischen Exilregierung von
General de Gaulle in London, 1944-1945 ehemaliger Häftling in Buchenwald
und Dora, 1948 als Mitglied des UNO-Sekretariats an der Vorbereitung der
Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen beteiligt,
Diplomat in Afrika, in Asien und bei der UNO Träger des UNESCO-Preises für
die Förderung der Kultur der Menschenrechte 2008, Träger des Eugen-
Kogon-Preises für gelebte Demokratie 2009, Kommandeur der französischen
Ehrenlegion.

Stéphane Hessel
Stéphane Hessel, diplomate et écrivain franco-allemand, a participé à cette grande aventure que fut la rédaction de la Déclaration universelle des droits de l'homme de 1948. Ce survivant des camps de concentration explique en quoi elle est unique et pourquoi elle doit rester universelle… mais aussi pourquoi on ne pourrait peut-être pas l'adopter aujourd'hui.





Freya von Moltke


Dr. Freya Gräfin von Moltke, Ehrenvorsitzende der Stiftung Kreisau für
Europäische Verständigung, Widerstandskämpferin, Schriftstellerin, Witwe
von Helmuth James Graf von Moltke, der am 23.1.1945 als Mitglied des
Kreisauer Kreises in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde.
Gräfin Moltke sah ihre Lebensaufgabe darin, durch eine Vielzahl von
Vorträgen und Veröffentlichungen an den deutschen Widerstand gegen den
Nationalsozialismus zu erinnern. Diese Erinnerungsarbeit war in Deutschland
nötig, denn der Widerstand wurde erst langsam positiv gewürdigt, und lange
noch galten die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 als Vaterlandsverräter.

Freya von Moltke / Biografisches
Freya von Moltke wurde 1911 als Tochter des Privatbankiers Carl Theodor Deichmann und seiner Frau Ada in Köln geboren. 1931 heiratete sie Helmuth James Graf von Moltke und zog auf das Familiengut Kreisau in Niederschlesien. 1935 promovierte sie an der juristischen Fakultät in Berlin. Ihre Söhne Caspar und Konrad wurden 1937 und 1941 geboren.
Der unter ihrer Leitung bewirtschaftete Kreisauer Gutshof und das Berghaus, Wohnsitz der Familie nach 1928, waren nicht nur Ort wichtiger Treffen der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis, sondern auch Zufluchtspunkt für ausgebombte und verfolgte Freunde. Freya von Moltke war Teilnehmerin der Kreisauer Sitzungen und Gesprächspartnerin ihres Mannes und begleitete ihn durch die Zeit des Widerstandes und der Haft.
Nach dem Kriegsende, der Hinrichtung ihres Mannes und dem Verlust ihrer zweiten Heimat Kreisau ging Freya von Moltke mit ihren Kindern nach Südafrika. Dort war sie als Sozialarbeiterin tätig. 1956 kehrte sie nach Deutschland zurück, 1960 siedelte sie nach Vermont (USA) über, wo sie bis heute lebt. Neben Clarita von Trott zu Solz und Marion Yorck von Wartenburg ist Freya von Moltke eine der letzten lebenden Zeugen des Kreisauer Kreises. Ein Großteil der Überlieferung dieses wichtigen Kapitels der deutschen Geschichte ist ihr zu verdanken. Bekannt wurde Freya von Moltke durch die Veröffentlichung der Briefe ihres Mannes unter dem Titel "Briefe an Freya 1939-1945" (München, 1988). Diese gehören zu den wichtigsten Zeugnissen des Widerstandes gegen die Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Im Band "Erinnerungen an Kreisau" (1999) berichtet sie über die Zeit in Kreisau von 1933 bis 1946, als sie mit ihren Kindern den Ort verlassen musste.
Die Wiederbelebung Kreisaus, heute das polnische Krzy?owa, im Zuge der politischen Umwälzungen des Jahres 1989 hat Freya von Moltke von Anbeginn an unterstützt. Den Aufbau der heute dort bestehenden internationalen Begegnungsstätte begleitete sie als Freundin, Ratgeberin und regelmäßiger Gast. Seit der Gründung der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung ist sie deren Ehrenvorsitzende. Ende 2004 gab sie ihren Namen einer jungen Berliner Bürgerstiftung, der Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau. Die Stiftung bemüht sich seither, Gelder für den langfristigen Erhalt der Begegnungsstätte im ehemaligen Kreisau zu genererieren.

Freya von Moltke und Sohn Caspar Graf von Moltke




Prof. Dr. Zdzislaw Najder Professor der Literaturwissenschaften, 1976 Begründer im Untergrund der Liga für die nationale Unabhängigkeit Polens, Berater der Solidarnosc-Gewerkschaftsbewegung,

Dr. Zdzisław Najder, Professor der Literaturwissenschaften, 1976 Begründer
im Untergrund der Liga für die nationale Unabhängigkeit Polens, Berater der
Solidarnośċ-Gewerkschaftsbewegung, Direktor des polnischen Dienstes von
Radio Freies Europa; im Mai 1983 Verurteilung durch ein polnisches
Militärgericht in Abwesenheit zum Tode; Aberkennung der polnischen
Staatsangehörigkeit; 1990-1992 Vorsitzender des Nationalen Bürgerkomitees
Polens; 1990-1992 Mitglied des Beratungsstabes des Staatspräsidenten;
1991 Vorsitzender des Beratungsausschusses des Ministerpräsidenten;
Präsident der Joseph-Conrad-Gesellschaft (Polen); 2004: Gründungspräsident
des „Weimar-Klubs“, Warschau; Kommandeur des Nationalen
Verdienstordens Frankreichs, Träger des Ritterkreuzes der französischen
Ehrenlegion.