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DFG Duisburg präsentiert deutsche Übersetzung des Romans „Galadio“

24. August 2017 Aktuelles 0 Kommentare

Mit diesem Roman hat der Franzose Didier Daeninckx der deutschen Revier-Metropole Duisburg literarisch ein Denkmal gesetzt: In seinem Werk „Galadio“, erschienen 2009, erzählt der in Frankreich durch mehr als Hundert Werktitel wohl bekannte Schriftsteller die Geschichte eines Duisburger Jungen, namens Ulrich Ruden aus Ruhrort. Wäre Ulrich, alias Galadio, nicht das Kind eines farbigen französischen Besatzungs-Soldaten und einer Duisburger Arbeiterin – die Geschichte wäre zu Ende, bevor sie zum Roman werden konnte. Doch weil es mit „Galadio“ aus Duisburg-Ruhrort um das brutale Schicksal dunkelhäutiger Kinder im Dritten Reich geht, nimmt das Geschehen seinen tragischen Lauf.

Jetzt liegt das Buch auch in deutscher Sprache vor. Denn ein kompetentes wie sprachkundiges Team von Übersetzern rund um die Präsidentin und die Vizepräsidentin der Deutsch-Französischen Gesellschaft Duisburg, Waltraud Schleser und Ulrike Hebel, hat sich in den vergangenen Monaten den Roman vorgenommen und in die deutsche Sprache – und mit milden textlichen Anpassungen – auf deutsche und Ruhrgebiets-Verhältnisse übertragen. Schleser: „Im französischen Original zum Beispiel fließt der Stahl aus dem Hochofen, das ist deutschen wie Duisburger Lesern nicht zuzumuten.“

Das Ergebnis: Eine deutsche Übersetzung, die mit Hilfe des engagierten Magenta-Verlages (Krefeld) in feiner Buchform das Licht der Welt erblickt.

Die Handlung: Deutschland in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts: Aufgewachsen bei seiner ledigen Mutter in Duisburg, stürzt die beginnende Nazi-Herrschaft den 13jährigen Ulrich Ruden in große Schwierigkeiten. Er ist Sohn eines farbigen französischen Soldaten, der während der Besetzung des Rheinlandes dort stationiert war. Ulrich hat seinen Vater nie gesehen und gerät wegen seiner Hautfarbe in die Mühlen der Verfolgung. Ein rettender Zufall führt ihn in die Filmstudios der UfA nach Potsdam-Babelsberg, wo er als Komparse in NS-Propagandafilmen auftreten muss. Dreharbeiten in Afrika nutzt er zur Flucht und macht sich auf die Suche nach seinem Vater.

Eine fiktive Geschichte mit tragisch realem Hintergrund, wie Schleser und Hebel später herausgefunden haben. Großes Kino auf 160 Buchseiten. Kein Wunder, dass der Plot jetzt in Frankreich verfilmt werden soll. Möglicherweise kommen die Filmemacher auch nach Duisburg.

Botschafter zeichnet DFG aus

Ganz bestimmt, so sagt Waltraud Schleser, werde der 68-jährige Daeninckx demnächst wieder nach Duisburg zurückkommen, um hier im Rahmen einer Lesereise am Niederrhein oder mit einem Auftritt passend zu den „Akzenten“ aus seinem Werk zu berichten. Übrigens: Der Französische Botschafter in Deutschland war von dem Projekt der Duisburger Deutsch-Französischen Gesellschaft so angetan, dass er ihm den 1. Preis des „Prix Rovan“ zuerkannt hatte. Bravo! (Text: Stefan Endell) 


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Über Hintergründe und Details, die zu seinem Roman „Galadio“ führten, berichtete Didier Daeninckx  bereits am 22. März 2011 im Gespräch mit Stefan Endell (VDFG), anlässlich der Autoren-Lesung in Duisburg seines damals neu erschienenen Romans. 

 


 


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