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Die VDFG ruft auf: Non au déclin programmé de l’Allemand en France

11. April 2015 Aktuelles 1 Kommentar
Parlez vous german?

Zeigen Sie Ihre Solidarität mit allen in Frankreich, dich sich für das Erlernen der deutschen Sprache in Schulen einsetzen und denen die deutsch-französische Sache eine Herzensangelegenheit ist! Nous attirons votre attention sur les conséquences désastreuses qu’aurait le projet réforme du collège présenté, non seulement sur le niveau de maîtrise des langues étrangères, mais aussi sur le nombre de germanistes en France. Le saupoudrage d’heures d’enseignement des langues vivantes ne permet pas d’acquérir les automatismes indispensables à une bonne maîtrise de la langue : Pour progresser, il faut 3 heures minimum par semaine, que ce soit au collège ou au lycée !

Les engagements bilatéraux entre la France et l’Allemagne, réaffirmés par vous le 22 janvier 2013, doivent être respectés : la France manque de germanistes et l’allemand constitue un atout dans la recherche d’emploi et la construction européenne. 


Wie soll  seitens der Bürger an Vertragstreue geglaubt werden, wenn man sich die Planungen des französischen Erziehungsministeriums für die Zeit ab 2016 vor Augen hält? Wie soll es gelingen, dass wir mit unserem Bemühen, die Politikverdrossenheit zu bekämpfen, Erfolg haben, wenn Regierungen und Ministerien ohne Beachtung  von Verträgen – ohne pädagogisches Empfinden, ohne ökonomische Erkenntnis, jedoch voll ideologischer Enge  zu den Entscheidungen gelangen, die einen verzweifelten Aufschrei der gesamten Deutschlehrerschaft in Frankreich nach sich ziehen?

10 Jahre währende  Bemühungen mit einem beachtlichen Erfolg in der Akzeptanz der deutschen Sprache in den Collèges und Lycées sollen hier mit einem Federsprich zunichte gemacht werden: Quasi-Abschaffung der „Sections européennes“,  Quasi-Abschaffung der erfolgreichen „classes bilangues anglais-allemand“. Letztere boten die Chance, Deutsch zusammen mit Englisch ab der „Sixième“ zu erlernen. Dass der Sprachunterricht generell nie mehr als drei, oft auch nur zwei Wochenstunden vorsieht, ist ebenfalls nur als Augenwischerei zu bezeichnen und demotiviert manchen Deutschlehrer in Frankreich. Die bisher gehörten Antworten aus dem Erziehungsministerium sind „de la poudre aux yeux“.

Pierre-Yves Le Borgn‘, député des Français de l’étranger, président du groupe d’amitié France-Allemagne, schreibt dazu in einer Mail : « La maîtrise de l’allemand est plus que jamais un atout pour la jeunesse. L’Allemagne est notre premier partenaire, commercial, économique et politique. Faire recul sur l’apprentissage de la langue allemande est une lourde erreur. Il suffit de voir le succès rencontré par les 166 cursus bi-diplômants de l’Université Franco-Allemande pour mesurer combien la connaissance du pays partenaire, qui débute par la maîtrise de sa langue, est une condition d’entrée réussie dans la vie professionnelle. 70% des 1 200 jeunes diplômés de l’Université Franco-Allemande trouvent leur premier emploi dans les 3 mois de l’obtention de leur diplôme. Cela veut tout dire.“

Der Niedergang des Deutschen in Frankreich – man spricht von einem Abfall auf 5 % – bedeutet auch das Ende zahlreicher Schulpartnerschaften und Begegnungen.

Der Präsident der VDFG, Gereon Fritz,  möchte Sie daher alle einladen, nicht nur die Petition zu unterschreiben, sondern sie auch an alle Französischlehrer und Lehrerinnen der Schulen in Ihrem Umfeld weiterzuleiten. So können wir aus unseren DFGen, aus unseren Schulen, aus Deutschland Solidarität zeigen mit allen in Frankreich, die die Erlernung der deutschen Sprache hochhalten und den Elysee-Vertrag zu erfüllen suchen.

Screenshot 2015-04-11 22.18.18Der französische Deutschlehrerverband ADEAF ruft zur Unterschrift auf: www.petitionpublique.fr/PeticaoVer.aspx?pi=rcADEAF  und unterschreiben Sie.

Screenshot 2015-04-11 22.20.28Und schreiben Sie an französische Abgeordnete  z.B. des Wahlkreises Ihrer Partnerstadt, an die französische Erziehungsministerin Najat Vallaud-Belkacem, an den Staatspräsidenten François Hollande. Musterbriefe finden Sie unter: http://adeaf.net/spip.php?article85


Lesen Sie auch in der FAZ:

 Frankreichs junge Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem, 37 Jahre, sieht sich als Vorkämpferin gegen elitäre Traditionen im staatlichen Schulsystem. Sie plant eine Reform der einheitlichen Mittelschule (6. bis einschließlich 9. Klasse), in deren Folge das Angebot an Deutschunterricht für junge Franzosen schon vom nächsten Jahr an stark eingeschränkt werden soll. Michaela Wiegel Autorin: Michaela Wiegel, Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.  Folgen:   Der aus Marokko stammenden Ministerin sind die Klassen mit intensivem Deutschangebot zu elitär und zu beliebt bei Eltern aus dem Bürgertum. Sie kritisiert sie als Grund für eine soziale Segregation an den Mittelschulen (Collèges). Deshalb sollen die bilingualen Klassen wie auch die sogenannten Europaklassen mit einem verstärkten Fremdsprachenangebot schon vom Schuljahrbeginn 2016 an nicht mehr an den staatlichen Mittelschulen angeboten werden. Anders als in Deutschland werden in Frankreich alle Schüler gemeinsam unterrichtet, das Gymnasium beginnt erst mit der 10. Klasse. Die bilingualen Klassen, in denen ab der 6. Klasse vor allem Deutsch und Englisch vier Jahre lang zweigleisig unterrichtet werden, erfreuen sich seit ihrer Einführung 2003 regen Zulaufs. Diese Klassen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Zahl der Deutschschüler nach einem Tiefstand Ende der neunziger Jahre wieder bei fünfzehn Prozent eingependelt hat. Nun aber befürchten die Deutschlehrer „das programmierte Ende des Deutschunterrichts“. So lautet die Überschrift einer Petition, die vom Verein der Deutschlehrer ADEAF an Präsident François Hollande gerichtet wurde. Grundlagen der deutsch-französischen Freundschaft Auch der Vorsitzende der deutsch-französischen Freundschaftsgruppe in der Nationalversammlung, der sozialistische Abgeordnete Pierre-Yves Le Borgn’, schlägt Alarm. „Die Reform verringert die Zahl der Deutschstunden drastisch“, sagt Le Borgn’ dieser Zeitung. So ist geplant, dass künftig alle Schüler schon von der 7. Klasse an eine zweite Fremdsprache lernen, diese aber nur noch zweieinhalb Unterrichtsstunden pro Woche unterrichtet wird. Bislang haben Schüler der Europaklassen und der bilingualen Klassen von der 6. Klasse an zwölf Wochenstunden Sprachunterricht. „Die geplanten Änderungen beim Deutschunterricht stellen mittelfristig die Grundlagen der deutsch-französischen Freundschaft in Frage“, warnt Le Borgn’. Besonders skandalös sei, dass die Reform beschlossen worden sei, ohne zuvor eine Studie über die möglichen Folgen zu erstellen. Es stehe zu befürchten, dass es vielen deutsch-französischen Einrichtungen wie der deutsch-französischen Hochschule oder dem deutsch-französischen Jugendwerk (DFJW) künftig an sprachkundigen Kandidaten fehlen werde. Mehr zum Thema  Charlie Hebdo: Hass in Frankreichs Klassenzimmern   Frankreich: Mutter eines Schulschwänzers bekommt Bewährungsstrafe   Freundschaft ist nur der Anfang  Der Leiter des Goethe-Instituts in Paris, Joachim Umlauf, hält die Reform für einen Verstoß gegen gemeinsame Regierungsvereinbarungen. Zuletzt hätten Paris und Berlin beim Jubiläum des Elysée-Vertrages 2013 versprochen, die Sprachförderung fortzusetzen. „Deutsch wird jetzt in Frankreich zum Orchideenfach heruntergestuft“, sagt Umlauf. Die bilingualen Klassen seien keineswegs nur in bürgerlichen Einzugsgebieten vorzufinden. Vielmehr hätten sie es auch Schulen an sozialen Brennpunkten erlaubt, begabte Schüler intensiv zu fördern und gegen soziale Ausgrenzung vorzugehen. Die Reform werde nicht mehr Gleichheit an den staatlichen Mittelschulen schaffen, sagt Umlauf. Der DFJW-Generalsekretär Markus Ingenlath sagt, in dem Reformprojekt werde Sozialpolitik mit Bildungspolitik verwechselt. Er begrüße aber das Bestreben der Ministerin, Deutschunterricht schon an der Grundschule einführen zu wollen. Nicht nur die Deutschförderung soll mit der Reform geopfert werden. Auch Latein- und Altgriechischunterricht stehen zur Disposition, sie sind Vallaud-Belkacem ebenfalls „zu elitär“. Zur Homepage Quelle: F.A.Z.         (73)          Lesermeinungen i  (73) Wie Sie mitdiskutieren Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden   Sortieren  Mehr anzeigen     (7) Als "Bildungs"-Ministerin nur "dumm" oder politisch gezielt eine Frechheit und  WILFRIED JANKOWSKI  (WILLJAN) - 16.04.2015 16:57   (4) Statt Deutsch Arabisch?  FRANK ROST  (ESPEJISMO) - 16.04.2015 16:47   (19) Fremdsprachenunterricht künftig nur noch für die, die es sich leisten können  HOLGER UHLEN  (HUHLEN) - 16.04.2015 15:27   (14) "Elitär?" - klassische Totschlagvokabel ..  THOMAS R. JUNG  (KILLERDILLER) - 16.04.2015 15:07   (27) Extremistische Gleichmacherei  HOLGER UHLEN  (HUHLEN) - 16.04.2015 14:03 Mehr anzeigen   Themen zu diesem Beitrag: Frankreich Alle Themen Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben Weitere Empfehlungen  Nix sprechen deutsch Jürgen Klopp und der BVB Nix sprechen deutsch Was macht ein englischer Reporter, der von Jürgen Klopps Abgang bei Borussia Dortmund live berichten soll und kein Deutsch versteht? Er macht das Beste daraus und beweist, was englischer Humor ist: Ben Bloom vom Daily Telegraph hat nun ganz viele Fans. Mehr Von MICHAEL HANFELD 16.04.2015, 11:00 Uhr | Feuilleton Anzeige Jetzt durch­starten mit dem ŠKODA Velo­team. 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Frankreich kürzt den Deutschunterricht
Den Deutschunterricht an staatlichen Schulen hält Frankreichs Bildungsministerin Belkacem für „zu elitär“. Sie will das Angebot zusammenstreichen. Dagegen wehren sich Lehrer und Parlamentarier.

15.04.2015, Ein Bericht von MICHAELA WIEGEL, PARIS.


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  1. Pingback: Sauvons l’allemand en France, renforçons le français en Allemagne - Das Frankreich-Blog - France blog


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