Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V.
Die Plattform für das bürgerschaftliche Franco-Allemand in Deutschland

Der Kongress 2017 in Hamburg

Foto: VDFG / Jelena Filipinski

Mit der Verabschiedung einer Resolution, der „Hamburger Erklärung“, ist am Sonntag, 26. November 2017, der 62. Jahreskongress der VDFG und der FAFA in der Hamburger Handelskammer zu Ende gegangen. Knapp 300 Teilnehmer aus Frankreich und Deutschland hatten sich in der Hafenstadt vier Tage lang zum Erfahrungs- und Gedankensaustausch unter dem Kongressmotto „Fruchtbare Gegensätze – contradictions fécondes“ versammelt. Gestartet war der Kongress mit einem generationen-übergreifendem Forum auf dem innovative, künftige deutsch-französische Ansätze auf zivilgesellschaftlicher Ebene erarbeitet wurden.


Am Freitag (24. November) hatte Prof. Frank Baasner, Direktor des Deutsch-Französischen Institutes Ludwigsburg, Kernaussagen einer aktuellen sozialwissenschaftlichen Studie seines Institutes zur Lage der Deutsch-Französischen Gesellschaften in Deutschland und Frankreich dem Kongress-Plenum präsentiert.

Die zentrale Botschaft, die nach Worten Baasners „wissenschaftlich belastbar“ ist: Das bürgerschaftliche Franco-Allemand befindet sich „weder in einer Krise, noch in einem Boom“. Die meisten DFGen seien mit ihrer finanziellen Lage zufrieden; zwar seien die meisten DFGen in der Generation Ü60 überrepräsentiert und würden streckenweise „zu wenig junge Leute einbinden“, sie müssten sich zudem von der Erwartung verabschieden, 20-jährige Schatzmeister für ihre Vereinsarbeit rekrutieren zu können. Jedoch der Grundgedanke der DFGen mit ihrem bürgerschaftlichen Engagement sei „nach wie vor gültig und in durchaus guter Verfassung“ (Baasner). 

Die DFGen müssten aber ihre Aktionsformen und ihre Formate stärker der veränderten Realität anpassen. Stichworte: Projekte auf Zeit anbieten.  Zudem müssten sie vor Ort deutlich mehr für ihre Sichtbarkeit und ihre Reichweite tun. Stichwort: Medienarbeit und Kommunikation. Genau dies, Sichtbarkeit und Reichweite durch gute  Kommunikation habe zumindest schon mal die VDFG , so Prof. Baasner, in den vergangen Jahren geleistet. Professionell und kompetent habe der Verband diese unabdingbare Grundaufgabe in den letzten Jahren erfüllt, was dem Franco-Allemand der Bürger und damit der deutsch-französischen Zusammenarbeit sehr zu Gute gekommen sei.


In vier Ateliers kam es dann zwischen den Kongress-Teilnehmern zu diesen Themen zum regen Gedankenaustausch: 101 Ideen für lebendige dt.-frz. Partnerschaften in Europa, Verstehen, Verständnis, Verständigung, die Zukunft der Erinnerung  und berufliche Bildung und wirtschaftliche Kooperationen.


In diesem Jahr hat die VDFG live aus der Eröffnungsveranstaltung in der Handelskammer Hamburg gestreamt. Dieser Stream steht als Video-Datei unter diesem Link auf dem Facebook-Account der VDFG zur Verfügung.


Von rechts: Olaf Scholz, Bürgermeister von Hamburg, Dr. Margarete Mehdorn, Präsidentin der VDFG, Barbara Kubis-Martin, Präsidentin der FAFA, Laurent Toulouse, Generallkonsul von Frankreich in Hamburg und Norbert Kremeyer, Vorsitzender der DFG Cluny. (Bild: Momme Dähne / Senatskanzlei)

Am Freitag Nachmittag hatte Olaf Scholz, Bürgermeister von Hamburg, zugleich der Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland der Deutsch-Französischen Kulturbeziehungen, die Kongress-Teilnehmer zu einem Empfang in das imposante Rathaus der Freien und Hansestadt geladen. Denn die DFG Cluny (Hamburg) feiert in diesen Tagen ihren 70. Geburtstag – dies war für die Hamburger Anlass und Freude, den Jahreskongress in die Hansestadt zu holen.

Vor den Gästen im Hamburger Rathaus sang die Schauspielerin,  Sängerin und Autorin Veronique Elling die von ihr verfasste „MARSEILLAISE DE L’ESPOIR“. Diese neue Version der französischen Nationalhymne ist ein Appel für mehr Frieden und Zusammenhalt.

Im Rahmen dieses Kongresses hatte die DFG Cluny dann auch wieder ihren renommierten „Prix Cluny“-Schülerpreis an drei exzellente Schüler aus Hamburger Gymnasien vergeben. Dort beeindruckte die Preisträgerin des 1. Preises , Linnéa Hopp, das Publikum mit einer klugen Ansprache wie sehr klaren Begründung für das Erlernen der Sprache Französisch.


Schon am ersten Veranstaltungstag hatte der Kongress mit einem Konzert des Felix-Mendelsohn-Jugendsinfonieorchesters im Kleinen Saal der Elbphilharmonie einen eindrucksvollen Auftakt gehabt. Dort beindruckte die junge Cellistin Teresa Beldi das deutsch-französische Publikum besonders mit ihrer ergreifend gespielten Zugabe von Peteris Vasks „Dolcissimo“.


(Bericht/Redaktion/Produktion:  Stefan Endell – VDFG).


Foto: Alexander Steinhof

Dokumentation Kongress Hamburg 2017