Sehr geehrte Präsidentinnen, Präsidenten und Freunde in den Mitgliedsgesellschaften,
sehr geehrte Besucher unserer Internetseite,

(Januar 2012)

von dem griechischen Philosophen Heraklit stammt die Betrachtung „Panta Rhei (πάντα ῥεῖ) - Alles fließt". Der Übergang von einem Jahr zu einem neuen, von einer Lebensphase zu einer anderen mutet in der Tat an wie ein Fluss. Es bleibt derselbe, doch stets neues Wasser fließt zu. Oft auch denken wir mit Hermann Hesse an Stufen des Lebens. Der Jahreswechsel aber ist wie eine Wegemarke. Solcher Marken bedürfen wir. Solche Marken setzen Sie in Ihren Gesellschaften, wenn Sie sich begegnen, wenn sie sich in Jubiläen erinnern, wenn Sie als Avantgarde von gestern die Herausforderung von morgen annehmen und agieren.

Auch im Jahre 2012 werde ich die Freude haben, eine Reihe von Gesellschaften anlässlich ihrer 60-jährigen, 50-jährigen, 40-jährigen Jubiläen oder zu anderen Veranstaltungen besuchen zu dürfen. Diese Feiern bezeugen stets auf ihre ganz eigene Weise die Lebendigkeit der DFG vor Ort, die Wirkkraft ihres Tuns weit über ihren Zirkel hinaus. Besonders freue ich mich, dass die VDFG neue, erfreulich aktive Mitgliedsgesellschaften und Partnerschaftsvereine gewinnen konnte. In einem der folgenden Briefe werde ich Ihnen diese Gesellschaften vorstellen.

Programmliche Vernetzung mit den benachbarten DFGen und Partnerschaftskomitees, Nutzung der Chancen für eine vertiefte wirtschaftliche Kooperation zwischen Partnerregionen (wie z.B. NRW – Nord/Pas-de-Calais), nachhaltige Gewinnung junger Mitglieder, all dies soll diskutiert werden auf der Regionalkonferenz der DFGen in Nordrhein-Westfalen im Juni 2012. Ich weiß, dass es auch in anderen Regionen Deutschlands ähnliche Zusammenarbeit gibt. Ich weiß aber auch, dass diese regionale Kooperation intensivierbar ist. In: Baden-Württemberg und Rhône-Alpes, Bayern und Grand Sud / Limousin, Berlin / BrandenburgParis und Île-de-France, Hamburg und Marseille, Hessen und Aquitanien, Niedersachsen und Haute Normandie, Rheinland-Pfalz und Burgund, Saarland und Loire Atlantique und Lothringen, Sachsen und Bretagne, Sachsen-Anhalt und Centre, Schleswig-Holstein und Pays de la Loire, Thüringen und Picardie, Überall dort gibt es DFGen und AFAs, die hier agieren können und dies oft auch tun.

VDFG-Vizepräsidentin Marita Hebisch-Niemsch

Ein neuer Partner der VDFG zur Zusammenarbeit ist der Deutsch-Französische Ausschuss DFA im Rat der Gemeinden und Regionen Europas RGRE. Am großen Seminar des französischen Partners AFCCRE in Nantes vom 26. Und 27. Januar 2012 nimmt deshalb unsere Vizepräsidentin Marita Hebisch-Niemsch (Präsidentin der DFG Berlin) teil. Sie wird später berichten. Vom 06. – 08. März 2012 treffen sich die Vorstände von VDFG und FAFA in der Europa-Akademie Otzenhausen/Saarland zu einer dreitägigen gemeinsamen Tagung. Dort bereiten wir den Kongress von Nancy vor. Notieren Sie schon heute die Daten: Donnerstag, 27. – Sonntag, 30. September 2012.

Frankreich steht vor einem Superwahljahr. Neben den Präsidentschaftswahlen am 22. April und einem möglichen zweiten Wahlgang am 6. Mai 2012 stehen am 10. und 17. Juni 2012 auch die Wahlen zur Assemblée Nationale an. Die im Ausland wohnenden und dort wählenden Französinnen und Franzosen nehmen 2012 zum ersten Mal auch teil an der Wahl von elf Abgeordneten, welche die Interessen der Auslandsfranzosen vertreten. Eine Eintragung in die Wahllisten der zuständigen Konsulate muss allerdings bis zum 31.01.2011 erfolgt sein. Leider haben wir davon zu spät Kenntnis erhalten. Ist dies aber bereits der Fall, informiert man sich näher unter www.monconsulat.fr. über den Modus zur Teilnahme an den diesjährigen Parlamentswahlen auf elektronischem Wege. Prokurationen (Präsidentenwahl) hingegen können jederzeit in den Konsulaten vorgenommen werden. Weisen Sie also die Ihnen bekannten französischen Mitbürgerinnen und Mitbürger auf diese Möglichkeiten hin.

Eine der Aufgaben unserer DFGen ist es, jungen Menschen bei der Suche nach Praktika, Auslandsschulaufenthalten, Brieffreundschaftsuche behilflich zu sein. Es ist gar nicht so schwer, hier zu guten Ergebnissen zu gelangen. Jeder von uns kennt mittelständische Unternehmen, Schulen Familie, welche gerne Gastgeber sind. Es sind immer nur Einzelfälle, ganz unspektakulär. Doch in der Summe nicht nur zahlreich, sondern vor allem auch wirkungsvoll. Wer an einer solchen Maßnahme dank Ihrer Vermittlung teilgenommen hat, der multipliziert im Kreise seiner Familie, seiner Freunde, seiner Gemeinde die gemachten Erfahrungen. Der ins Wasser gefallen Stein zieht seine Kreise. Uns aber, die wir solches vermittelt haben, erfüllt es mit dankbarer Freude.

Freude über den Franz-Hessel-Preis

Der Deutsche Bibliotheksverband, mit dem die VDFG in Bälde eine Rahmenvereinbarung zur Kooperation unterzeichnen wird, teilt mit:
Deutsch-französischer Literaturpreis verliehen. Die junge Literatur Deutschlands und Frankreichs ist im jeweils anderen Land noch zu wenig bekannt. Deshalb haben Kulturstaatsminister Bernd Neumann und der französische Kulturminister Frédéric Mitterand den "Franz-Hessel-Preis" ins Leben gerufen. In Paris wurde er jetzt zum zweiten Mal verliehen. Preisträger sind in diesem Jahr der deutsche Autor Thomas Melle und die französische Schriftstellerin Céline Minard.. Beide erhalten die Auszeichnung für ein 2011 erschienenes Buch: Melle für seinen Debütroman "Sickster", Minard für das fiktive Testament einer alten Schriftstellerin "So long, Louise". Ausgewählt wurden die Preisträger von einer deutsch-französischen Jury mit Literaturexperten aus beiden Ländern. Mehr dazu

Im Verlag Tallandier ist ein, wie mir scheint, Gewinn bringend zu lesendes Buch erschienen. „FRANCE –ALLEMAGNE, L’heure de vérité“, 18,90 €. Geschrieben haben es Botschafter a.D. Bernard de Montferrand, vielen von uns gut bekannt, und der Rechtsanwalt, Historiker und ausgewiesene Deutschlandkenner Jean-Louis Thieriot. In einem ersten Teil zeichnet es die politische und ökonomische Geschichte unserer beiden Länder nach, ihre Unterschiede, ihre Annäherungen, ihr Wetteifern, das erfolgreiche Bemühen auch der Regierungen, ihren Auftrag in Europa zu erfüllen und Motoren des koordinierten Miteinanders zu sein. „Ist Frankreich imstande, die wirtschaftliche Herausforderung anzunehmen?“ lautet die Überschrift des zweiten Teils. „Wollen die Deutschen die Herausforderung annehmen?“ ist die Gegenfrage des dritten Teiles. Der Schlussteil ist ein Plädoyer für eine zunehmend gemeinsam gestaltete Politik im Interesse des Rousseau’schen „Intérêt Général“.

Dr. Eva-Sabine Kuntz

Die Generalsekretärin des DFJW/OFAJ Dr. Eva-Sabine Kuntz verlässt nach acht Jahren zum 31.12.2011 ihr Amt. Sie hat sich bei allen Partnern des DFJW bedankt. Die VDFG ihrerseits ist Frau Kuntz zu Dank verpflichtet. Wir wünschen ihr in ihrer neuen Aufgabe beim Bundespresseamt (europapolitische Kommunikation der Bundesregierung) alles Gute. In der Rubrik "Fremde Federn" der FAZ hat sie am 28.12.2011 einen beachtenswerten Artikel geschrieben: „Die Zukunft beginnt schon jetzt“. Den Mitgliedsgesellschaften der VDFG wird der Artikel als PDF-Datei zugesandt. Ihr Nachfolger im Amt wird Dr. Markus Ingenlath. Béatrice Angrand bleibt französischerseits weiterhin die Generalsekretärin.

Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V. - Generalsekretariat: Schillerstraße 11, D-55116 Mainz