Die „Deutsch-Französische Gesellschaft Bocholt“ und die Fachhochschule
Gelsenkirchen/Standort Bocholt luden im Juni 2009 zu einer Veranstaltung über
die Herausforderungen und Perspektiven der deutsch-französischen
Arbeitswelt ein und rund 40 junge Leute, sowohl Schüler und
Schülerinnen als auch Studierende, die ihre berufliche Zukunft noch vor
sich haben, zeigten sich interessiert an der Arbeit in Frankreich.
Heike Schoo und Prof. G. Juen Heike Schoo der "Deutsch-Französischen Gesellschaft Bocholt" und Prof. Dr. Gerhard Juen vom Hochschulstandort Bocholt sorgten im Juni dafür, dass sich interessierte Schüler und Studierende über Frankreich als Arbeitsort informieren konnten. Foto: FHG/BL
(BL) Sprachlich brachte es Klaus Wollberg von der Bocholter Firma Borgers auf den Punkt: „Frankreich ohne Französisch geht nicht.“ Borgers entwickelt und produziert textile Bauteile für Autos. Auch in Frankreich. Wollberg war Geschäftsführer von „Borgers France“ in St.-Quentin im französischen Departement Picardie. Ohne die Kenntnisse der
Landessprache, so Wollberg, funktionieren die Kontakte zu den Menschen im Land nicht. Und zur Sprache gehören in Frankreich außerdem ganz selbstverständlich auch Kenntnisse über Kultur und Geschichte in Frankreich, damit auch der gesellschaftliche Umgang mit französischen Führungskräften reibungsfrei funktioniert.
Doch auch in Frankreich ändert sich in Industrie und Wirtschaft manches. Und so treffen ausländische Investoren immer öfter auch auf die Weltsprache Englisch, zumindest in den Führungsetagen französischer Unternehmen oder bei der Suche nach französischen Führungskräften. Immerhin schaffen ausländische Unternehmen in Frankreich jährlich rund 30.000 bis 40.000 Arbeitsplätze.
Im letzten Jahr waren es knapp 5.000 Arbeitsplätze in 111 Projekten, die allein von deutschen Unternehmen in Frankreich, dem wichtigsten Wirtschaftspartner Deutschlands, geschaffen wurden. Insgesamt sind rund 3000 deutsche Firmen in Frankreich aktiv mit insgesamt rund 300.000 französischen Arbeitnehmern. Solche und viele andere Zahlen präsentierte Julia Kronberg von der „Invest in France Agency“ (IFA), einer Einrichtung der französischen Regierung, die kostenfrei, unverbindlich und vertraulich Unternehmen berät, die in Frankreich investieren oder dorthin expandieren wollen.
Andrea Wolf (l.) vom akademischen Auslandsamt und Sprachenzentrumsleiterin Dr. Petra Iking (r.) stießen im Anschluss an die Veranstaltung mit einem Glas Cidre auf die Zukunft der Frankreich-Interessenten an. Auslandsamt und Sprachenzentrum bereiten die Studierenden sprachlich, interkulturell und organisatorisch auf Auslandsaufenthalte (nicht nur) in Frankreich vor. Foto: FHG/BL
Bisher hat IFA vor allem vor Unternehmen die Möglichkeiten des Arbeitens in Frankreich erläutert, die Fachhochschulabteilung Bocholt war erst die zweite Hochschule in Deutschland, an der IFA auf berufliche Möglichkeiten in Frankreich aufmerksam machte. Den sich entwickelnden globalen Sprach-Zeitgeist erlebten die Zuhörer ganz nah: IFA hat nicht nur einen englischsprachigen Namen, sondern wirbt auch mit einem englischen Slogan: „The New France. Where the Smart Money goes.“
Für die richtige Vorbereitung auf eine berufliche Tätigkeit in Frankreich bieten Sprachenzentrum und akademisches Auslandsamt der Fachhochschule zahlreiche Angebote. Dr. Petra Iking. Leiterin des Sprachenzentrums, erläuterte den Zuhörern, welche Sprachkurse ihnen auf dem Weg nach Frankreich den Weg ebnen und dass eine Investition in die eigenen Französischkenntnisse sich in jedem Falle rentiere. Andrea Wolf vom akademischen Auslandsamt ergänzte um die Angebote der Hochschule, Studienaufenthalte und Praktika während des Studiums in Frankreich zu organisieren.
Über europäische Förderprogramme wie beispielsweise das Erasmus-Programm erhalten die Studierenden auch finanzielle Hilfen auf dem Weg ins französische Ausland. Nicht zuletzt kann sich der Studierende natürlich auch über Internet-Jobbörsen nach
einem Praktikanten- oder Arbeitsplatz in Frankreich umsehen. Die Möglichkeiten bei der deutsch-französischen Jobbörse „Connexion Emploi“ stellte Tanja Schmid vor.

