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Der Rundbrief der VDFG: September 2015

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„Blicke dich nicht um. Träume nicht von der Zukunft, sie wird dir nicht die Vergangenheit zurückgeben noch andere Glücksträume erfüllen. Deine Pflicht und deine Belohnung, dein Schicksal, sind hier und jetzt.“

Ce n’est pas comme pont vers l’avenir, mais par sa propre substance que le présent est signifiant.

Dag Hammarskjöld
1905 - 1961

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Sehr geehrte Vorsitzende, liebe Leserinnen und Leser,

Zwei Monate nach dem mysteriösen Tod des Schweden und  dritten Generalsekretärs der Vereinten Nationen – Flugzeugabsturz in Sambia am 18.09.1961 – wurde er postum mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.  Die Friedenssehnsucht, die Gestaltung des Heute waren und bleiben auch für unsere DFGen und Partnerschaftsvereine die Triebfeder des Handelns. Und diese unsere Gesellschaften sind weiterhin lebendig, die lokale Gesellschaft prägend. Je offener sie sind, je bereiter auch, sich auf die ernsthafte Suche zu machen nach Wegen, die zu neuen Mitgliedschaften führen, zu Menschen, die der älteren Generation in der Leitung der Vereine nachfolgen können, umso vitaler erscheinen sie und erfüllen sie ihre Aufgabe. Niemand soll sagen, das ginge nicht, niemand hat Grund zur Resignation. Gute Beispiele gibt es zuhauf. Schauen Sie sich bei unseren Mitgliedsgesellschaften um. Unsere Homepage verweist auf die jeweiligen Internetseiten.

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Wenn Sie diesen Brief erhalten, trennen uns nur noch gut zwei Wochen vom 60. Jahreskongress.

Anmeldungen sind weiter möglich. Der DFK Düsseldorf hat mit viel Engagement den Rahmen des deutsch-französischen Konveniats vorbereitet. Die Arbeit in den Ateliers und in der gemeinsamen Mitgliederversammlung von VDFG und FAFA, aber auch die Zeiten des entspannten Miteinanders machen unsere Kongresse zu freudigen Begegnungen von Freunden beider Länder. Höhepunkt der Schlussveranstaltung am 20.09.2015 wird neben der Verleihung des VDFG-Jugendtheaterpreises die Auszeichnung von Frau Annegret Kramp-Karrenbauer, Ministerpräsidentin des Saarlandes, mit dem Elsie-Kühn-Leitz-Preis 2015 sein. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 € ist dem Wunsch Frau Kramp-Karrenbauers entsprechend dem « prix franco-allemand pour la littérature de jeunesse » zugedacht.

Vergessen Sie nicht, im Verhinderungsfall uns Ihre Vollmacht zuzusenden.

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Das  „Juniorenforum“  mit annähernd 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Frankreich und Deutschland verspricht ein großer Erfolg zu werden. Die Ergebnisse der Arbeit werden nicht einfach registriert, abgelegt werden. Sie sind – das ist die erklärte Absicht der Organisatoren – die Basis für die Einrichtung eines Arbeitskreises auf Zukunft.

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Prix Joseph Rovan de l‘Ambassadeur de France aux DFG 2015 / 24. Oktober 2015

Ich erinnere erneut an meinen Augustrundbrief und lade noch einmal die Gesellschaften ein, mutig ihre Bewerbungen einzureichen. Interpretieren Sie großzügig die besonders gewünschten Akzente.

Auch wenn Sie nicht den Fokus hervorgehoben auf die Nutzung der digitalen Möglichkeiten, auf Umwelt oder Sport gerichtet haben, so ist gleichwohl in Ihren Programmen der eine oder andere Akzent mittelbar gesetzt. Die Ausschreibung und die Einladung zur Verleihungsfeier des Joseph-Rovan-Preises 2015  haben Sie alle erhalten. Sie finden die Unterlagen auch auf unserer Internetseite www.vdfg.de .

Ich zitiere aus meinem Brief an die Gesellschaften und aus dem letzten Rundbrief:  „Diejenigen unter Ihnen, die bereits zu den gleichen Anlässen der Vorjahre in der Botschaft waren, wissen, dass die Verleihung immer auch eine Feier ist, verbunden mit einem gemeinsamen Diner und mithin zur Gelegenheit der persönlichen Begegnung mit dem Botschafter und mit allen dem Franco-Allemand in der VDFG Verbundenen. Daher sind ausdrücklich auch Vertreter aus Gesellschaften eingeladen, die sich in diesem Jahr nicht bewerben konnten.“

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Bon anniversaire: Dokumente / Documents pflegt den Dialog zwischen Frankreich und Deutschland seit 70 Jahren

Nicht selten wird die Frage gestellt, welche deutsch-französische Gesellschaft, dazu noch realiter grenzüberschreitend aufgestellt, die älteste sei. Wenn Sie DOKUMENTE/DOCUMENTS kennen, dann wissen Sie es. Der Begründer dieses einmaligen Periodikums ist der 1903 in Le Mans geborene Jesuitenpater Jean du Rivau.

Wahre Baumeister der Annäherung und Versöhnung waren nach dem Zweiten Weltkrieg oft die, welche als freie Demokraten dem Besatzer in der Résistance die Stirn boten und nicht selten in Konzentrationslagern landeten. Ein solcher Architekt war Jean du Rivau.

Am 01. August 1945 rief der Militärseelsorger in Deutschland DOCUMENTS und DOKUMENTE ins Leben, zwei Zeitschriften des deutsch-französischen Dialogs und gründete das Zentrum für Information und wirtschaftliche und soziale Dokumentation (CIDES), das 1947 in „Bureau international de liaison et de documentation B.I.L.D“ in Frankreich umgetauft wurde und in Deutschland „Gesellschaft für übernationale Zusammenarbeit GÜZ“ hieß.

Bis zu seinem Tod 1970 blieb du Rivau Vorsitzender dieser beiden Gesellschaften. Er zählte gemeinsam mit anderen französischen Intellektuellen auch zu den Mitbegründern des gleichermaßen motivierten „Comité français d’échanges avec l’Allemagne nouvelle“ im Jahr 1948.

Für seine Verdienste erhielt er als erster Franzose das Bundesverdienstkreuz. Durch Robert Schuman wurde er mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet (Chevalier de la Légion d’Honneur). Männer und Frauen wie du Rivau sind auch die geistigen Väter vieler unserer frühen DFGen. Darum wirbt die VDFG kontinuierlich für dieses einmalige Periodikum. Der Chefredakteur Gérard Foussier ist Mitglied des VDFG-Kuratoriums.

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Besuche, Veranstaltungen, Ehrungen

Vor dreißig Jahren, am 5. August 1985, verstarb in Wetzlar die Gründerin unserer VDFG, Frau Dr. Elsie Kühn-Leitz. Aus diesem Anlass hatten die Familie Kühn-Leitz  und die Wetzlarer Kulturgemeinschaft e.V. zu einem abendlichen Klavierkonzert in das Haus Friedwart eingeladen. Die von dem jungen weißrussischen Pianisten Arseni Sadykov meisterlich  gespielten Werke nahmen alle Hörer in den Bann. Ich durfte in einem Grußwort das Verdienst von Elsie Kühn-Leitz für die VDFG würdigen. Wenn Sie Arseni Sadykov hören wollen, hier seine Homepage: www.arsenisadykov.com.

Im Wetzlarer Neubaugebiet „Rasselberg“ enthüllte Oberbürgermeister Wolfram Dette am Morgen im Beisein von Dr. Knut Kühn-Leitz und weiteren Familienmitgliedern das Straßenschild „Elsie-Kühn-Leitz-Straße“ mit der darunter befindlichen Erläuterung: „ 1903 – 1985 Ehrenbürgerin von Avignon und Wetzlar. Sie förderte Kultur und Völkerverständigung“.

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Was die die Leidenschaft für gemeinsames deutsch-französischen Handelns bewirken kann, sei an einer Initiative der Solidarität aufgezeigt, die zwischen den Partnerstädten Medebach und Locminé verwirklicht wurde. Der „Motor“  dieser Jumelage seit 40 Jahren, Denise Moizan, organisiert jährlich einen Sponsorenlauf zur Einwerbung von Geldern für Bedürftige auf Haiti. Und die Medebacher Schüler machen mit! Ein nachahmenswertes Beispiel für eine lebendige Jumelage. Am 30. Juli habe ich Denise Moizan mit der FAFA-VDFG-Verdienstmedaille geehrt.

Im Museum Haus Hövener Brilon findet eine bewegende Sonderausstellung statt: „Front 14/18 – Der Erste Weltkrieg in 3 D“. Keine amtlichen Kriegsberichterstatter, sondern zwei Frontsoldaten haben in stereoskopischen 3D-Aufnahmen, zu betrachten durch eine Spezialbrille, die Wirklichkeit festgehalten. In meinem Vortrag mit dem Thema „Der Weg zu den Waffen“ durfte ich den Auftakt machen zu einer großen Woche der 50-Jahrfeier der Partnerschaft Brilon – Hesdin/Pas-de-Calais.

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Zufälliger Blick in die Gesellschaften 

Es ist die Zeit der neuen Jahres- oder Halbjahressprogramme unserer DFGen. Deshalb möchte ich mit diesem Rundbrief beginnend willkürlich monatlich auf Programme von je zwei Gesellschaften hinweisen und Sie zum Besuch der jeweiligen Homepages einladen. Ich wünschte mir, dass in der Zukunft die Vernetzung mit benachbarten DFGen immer besser gelingt.

L wie Leverkusen

Die DFG Leverkusen beschreibt ihre Ziele so:

„Kontakte zwischen Franzosen und Deutschen in Leverkusen und Umgebung fördern und pflegen.

Den französischen und französisch-sprechenden Mitbürgern die Integration in das gesellschaftliche Leben unserer Stadt erleichtern. Das Wissen über Kultur, Geschichte und nationale Eigenarten der beiden Länder vertiefen, um ein besseres Verständnis füreinander zu ermöglichen. Zum Erlernen der französischen Sprache motivieren. Mitarbeiten bei der Förderung und Betreuung der Partnerschaft zwischen Leverkusen und der nordfranzösischen Stadt Villeneuve d’Ascq. Mit allen Institutionen in unserer Stadt zusammen arbeiten, deren Aktivitäten unseren Zielen entgegenkommen“.

Im Programm des ersten Halbjahres 2015 ist „alles drin“, was die Aufgabe und die Freude unseres deutsch-französischen Tuns beschreibt. Die Pflege der Jumelagen liegt mir dabei sehr am Herzen. Besuchen Sie www.leverkusen-dfg.de

L wie Landau

Chansonabende, Stammtische, Reisen, Besuche bei Künstlern oder das „Forum Rezitation“ u. v. m finden Sie auf www.dfg-landau.de . Zum „Forum de récitation franco-allemand“ kamen 400 Schülerinnen und Schüler aus Grundschulen und den ersten Sekundarschuljahren aus der Pfalz und dem Elsass zusammen. Kein Wettstreit, sondern die Freude am französischen oder deutschen Vortrag von Lied, Poesie oder Prosa der jeweils anderen Partnergruppe .

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Es grüßt Sie herzlich in der Vorfreude auf die Begegnung mit vielen von Ihnen in Düsseldorf

Ihr

 

Gereon Fritz - Präsident der VDFG 

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